Anerkennung und Ehrenmitgliedschaft für Stellvertreterin Dr. Gabriela Schnotz und DRG-Vorsitzenden Dr. Harald Nonn
Quelle: DRG
Bearbeitung: Timo Blecher, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft e.V.,
Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.
Am 21.04.2026 wählten die Mitglieder der Deutschen Rasengesellschaft e.V. turnusgemäß einen neuen Vorstand (siehe gesonderte Meldung).
Der neue Vorsitzende, Timo Blecher, hob in seiner ersten Ansprache an die DRG-Mitglieder die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor: „Das Ehrenamt ist heute alles andere als selbstverständlich und genau deshalb nicht hoch genug zu würdigen. Alle die sich ehrenamtlich engagieren, wirken aktiv an der Zukunft unserer Gesellschaft mit. Ein Engagement in der Deutschen Rasengesellschaft e.V. bedeutet nicht nur das fachliche Eintreten für alle Belange rund um den Rasen, seine sachkundige Pflege sowie sein Management. Im erweiterten Sinne stellt dieses Engagement einen aktiven Beitrag für die vielen öffentlichen und privaten Rasenflächen mit ihren wichtigen Funktionen in den Bereichen gesellschaftlicher Repräsentation und Erholung, sportlicher Aktivität und freizeitlichem Ausgleich dar“.
In seiner Rede begrüßte Timo Blecher die neuen Vorstandsmitglieder und verabschiedete die ausscheidenden Kollegen mit einem herzlichen Dank für ihren langjährigen, intensiven und fachlich herausragenden Einsatz für die DRG. Als Beisitzer schieden auf eigenen Wunsch nachfolgende Kollegen aus dem Vorstand aus:
- Dr. Jörg Morhard, seit 1999 Mitglied der und seit 2008 im Vorstand tätig.
- Marc Biber, Mitglied der DRG seit 1994 und seit 2016 im Vorstand aktiv.
- Prof. Gert Bischof, Mitglied der DRG seit 1994 und Vorstandsmitglied seit 2016.
- Volker Zippel, langjähriges Mitglied als Firmenvertreter und Vorstandsmitglied seit 2022.
Mit einem kleinen Präsentkorb bedankte sich Timo Blecher im Namen der Deutschen Rasengesellschaft für das Engagement und die fachliche Kompetenz bei der Bewältigung zahlreicher Spezialfragen des Rasens.
Ehrenmitgliedschaft als Anerkennung
Die Geschicke einer Gesellschaft werden maßgeblich durch den geschäftsführenden Vorstand geprägt und gelenkt. Jetzt verließen mit dem Tag der Neuwahl gleich zwei prägende Persönlichkeiten dieses Gremiums: Die stellvertretende Vorsitzende Frau Dr. Gabriela Schnotz sowie der erste Vorsitzender Dr. Harald Nonn. Beide stehen, jede und jeder auf ganz eigene Weise, für höchste fachliche Kompetenz, jahrzehntelange Erfahrung und uneingeschränkte Anerkennung in der gesamten Rasen-Branche, weit über die Deutsche Rasengesellschaft hinaus.
Frau Dr. Gabriela Schnotz ist über die Firma Juliwa Hesa, die bereits seit dem Gründungsjahr 1964 Mitglied der Deutschen Rasengesellschaft ist, der DRG schon lange eng verbunden. Seit 2004 wirkte sie aktiv im Vorstand der Deutschen Rasengesellschaft mit und wurde 2012 zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Dr. Gabriela Schnotz kam über ihren wissenschaftlichen Werdegang mit dem Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim zum Rasen. Bei der Diplomarbeit und Promotion am Lehrstuhl für Grünlandlehre mit dem Titel:
„Stickstoff-Fixierungsvermögen mehrjähriger Leguminosen des Dauergrünlandes“, traf sie auf ihren Mentor Dr. Heinz Schulz, der auch als DRG-Vorstand und Vorsitzender tätig war. So lag es nahe, dass sie sich wissenschaftlich mit Gräsern und deren Nutzung beschäftigte.
Als wissenschaftliche Mitarbeiterin betreute sie verschiedene Forschungsprojekte im Bereich Gras- und Vegetationssysteme. Seit 1999 setzte sie ihren beruflichen Weg bei der Juliwa Hesa GmbH in Heidelberg fort, einem Unternehmen mit klarem Schwerpunkt auf Rasensaatgutmischungen und Fertigrasen. Dort obliegt ihr die fachliche Leitung und der Vertrieb. Gerade diese Kombination aus wissenschaftlicher Forschung, praktischer Anwendung und intensiver Beratung und Betreuung hat ihren besonderen Schwerpunkt im professionellen Rasenmanagement geprägt.
So konnte sie in den vergangenen Jahren eine außergewöhnliche Expertise rund um Rasensaatgut, Fertigrasen, Produktionstechniken und Qualitätsstandards in die Vorstandsarbeit der Deutschen Rasengesellschaft einbringen.
Besonders im Wissenstransfer zu Rasengräsern, Saatgut und Rasensystemen hat sie entscheidende Akzente gesetzt, unter anderem auch als Dozentin in der Greenkeeper-Fortbildung an der DEULA Rheinland.
Für dieses außergewöhnliche Engagement, den klaren fachlichen Kompass und die ruhige, verbindliche Art gebührt ihr der Dank der Deutschen Rasengesellschaft e.V.
Dr. Harald Nonn ist seit 1986 DRG-Mitglied und seit 1996 Mitglied des DRG-Vorstandes und erreichte somit ein 30 jähriges Vorstandsjubiläum.
Mit der Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Rasengesellschaft im Jahre 2015 übernahm er die Führung der DRG und lenkte somit über ein ganzes Jahrzehnt maßgeblich die Geschicke der Rasengesellschaft.
Er ist dem Rasen und seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten eng und leidenschaftlich verbunden, und das bereits seit seiner Promotion mit dem Thema: „Bodenphysikalische, bodenchemische und vegetationskundliche Eigenschaften von Rasensportplätzen in bodennahen Bauweisen“ an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn 1988.
Seine berufliche Laufbahn führte ihn in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der damaligen WOLF-Garten GmbH in Betzdorf. Eine Vielzahl von Veröffentlichungen, Seminaren und Vor-Ort-Analysen machten ihn seitdem in der Rasenwelt bekannt. Als Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung verdankt EUROGREEN Herrn Dr. Nonn eine Reihe von innovativen Produkten, vor allem in der Welt des Rasensaatgutes hat er sich einen kompetenten Namen erarbeitet.
Als stellvertretender Vorsitzender hatte er bereits seit vielen Jahren die Geschicke der Deutschen Rasengesellschaft e.V. im Team des Vorstandes aktiv mitgeprägt, sodass ihm die Aufgaben und Herausforderungen als Vorsitzender sehr wohl bekannt waren.
Folgende fachlich prägenden Entwicklungen und Initiativen der Deutschen Rasengesellschaft sind hervorzuheben, für die sich der neue Vorsitzende bei Harald Nonn herzlich bedankte:
- Stärkere Vernetzung von Wissenschaft, Praxis und Verbänden
Unter dem Vorsitz von Dr. Nonn wurde die Rolle der DRG als fachliches Netzwerk der Rasenbranche weiter ausgebaut. Wichtige Schwerpunkte sind dabei der intensive Austausch zwischen Forschung, Saatgutwirtschaft, Sportstättenbau und dem Greenkeeping für Golf- und Sportanlagen.
Sichtbare Ergebnisse sind die Einbindung in wichtige Fachgremien, wie:
• Deutscher Fußball Bund (DFB) – Kommission Sportinfrastruktur.
• Deutsche Fußball Liga (DFL) – Expertenkommission „Rasen“.
• Normungsarbeit zu Sportflächen (DIN-Normen, FLL-Regelwerke).
• DEULA-Bildungsstätten - Greenkeeper-Fortbildung Golf und Sport.
Diese Vernetzung stärkte die fachliche Autorität der DRG in Fragen des Sport- und Gebrauchsrasens.
- Etablierung von Forschung und akademischer Ausbildung im Rasenbereich
Ein zentraler Meilenstein war die Realisierung der Stiftungsprofessur „Nachhaltiges Rasenmanagement“ an der Hochschule Osnabrück ab 2016.
Mit großem Geschick organisierte er die Beteiligung und Finanzierung durch die DRG-Mitglieder und Partner aus Verbänden und Industrie.
Damit wurde eine wissenschaftliche Basis für das Fachgebiet Rasenmanagement geschaffen und die Nachwuchsförderung im Sinne der DRG-Satzung gestärkt. - Profilierung des Qualitätsmanagements für Stadionrasen
Ein aktiver Bereich ist die Mitarbeit der DRG im Qualitätskonzept der Profiligen, insbesondere bei der Bewertung der Stadionrasenflächen. So übernahm die DRG-Expertenjury die Federführung mit der DFL beim „Pitch of the Year“-Award der Bundesliga und 2. Bundesliga. Durch die Erarbeitung hoher Qualitätsstandards im Profifußballrasen wurde die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Praxis und Spitzensport weiter gestärkt. - Thematische Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Klimawandel
In Seminar-Programmen und Stellungnahmen der DRG betonte Dr. Nonn wiederholt die Herausforderungen durch den Klimawandel und die Bedeutung eines nachhaltigen Naturrasenmanagements.
Daraus resultierten u. a.:
• Verstärkte Kommunikation zu nachhaltigen Pflegekonzepten.
• Fachlicher Austausch zu den Themen Trockenstress, Nutzungskonflikte und Ressourceneffizienz.
• Entsprechende Schwerpunkte bei Rasenseminaren und Fachveranstaltungen. - Kontinuität und Modernisierung der DRG-Arbeit
Während seiner Amtszeit wurden neue Generationen von Fachleuten stärker eingebunden. Die DRG-Rasenseminare kontinuierlich weitergeführt und thematisch erweitert. Somit wurde die Rolle der DRG als fachliche Plattform für alle Rasensegmente wie Gebrauchs-, Sport-, Golf- und Landschaftsrasen, durch Forschungsaktivitäten gestärkt.
Verleihung DRG-Ehrenmitgliedschaft
Im Vorfeld hatte sich der DRG-Vorstand auf der Grundlage der Ehrenordnung über die Ernennung neuer Ehrenmitglieder verständigt. Darin heißt es:
„Wer sich in besonderer Weise um die Entwicklung, den Fortbestand und den Ruf der Deutschen Rasengesellschaft e.V. nachhaltig verdient gemacht hat, kann zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannt werden. Mit dieser Ehrung ist die Verleihung der DRG Ehrennadel in Gold verbunden. Ehrenmitglieder sind von den Mitgliedsbeiträgen befreit und besitzen – wie ordentliche Mitglieder – die gleichen Rechte und Pflichten innerhalb unserer Gesellschaft.“
Unter anhaltendem Applaus überreichte der Vorsitzende, Timo Blecher, die Urkunden zur DRG-Ehrenmitgliedschaft an Dr. Gabriela Schnotz und Dr. Harald Nonn.
Als sichtbares Symbol erhielten beide die DRG-Ehrennadel in Gold zum Zeichen des Dankes, der Anerkennung und des Respekts für das außergewöhnliche Engagement um die Rasenkultur und die Deutsche Rasengesellschaft.