Wissenschaft und Forschung

Kompetenzzentrum Rasen KORA startet neue Projekte

Quelle: KORA
Bearbeitung: Maximilian Karle und Alexander Kühn, Hochschule Osnabrück


Das KORA befasst sich im Jahre 2026 verstärkt mit aktuellen Fragestellungen rund um die Nachhaltigkeit, den Ressourcenschutz und die Reduzierung von Trockenstress bei Rasengräsern. Im Mittelpunkt stehen dabei praxisorientierte Forschungsansätze, die den Rasen unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen widerstandsfähiger und ressourceneffizienter machen sollen. Über die Ergebnisse wird regelmäßig in der Zeitschrift „Rasen-Turf-Gazon“ berichtet.

An dieser Stelle sollen drei aktuelle Projekte am KORA vorgestellt werden.

 

1. Ressource: Hamburg – Arenen im Klimawandel

Mit dem Forschungsprojekt „Ressource: Hamburg – Arenen im Klimawandel“ werden nachhaltige und dezentrale Wasserkreisläufe für Fußballstadien untersucht. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt läuft von Mai 2026 bis März 2028 und wird gemeinsam von der Technische Universität Darmstadt, der Hochschule Osnabrück, dem FC St. Pauli v. 1910 e.V. und der Hamburger Stadtentwässerung AöR bearbeitet.
Dieses Projekt leistet einen Beitrag zur Entwicklung klimaangepasster und ressourcenschonender Stadioninfrastrukturen. Gleichzeitig soll das Millerntor-Stadion als Modell für eine nachhaltigere Wasserbewirtschaftung in Stadien und urbanen Räumen dienen.

 

Projektteam aus den verschiedenen Projektpartnern.
Abb. 1: Projektteam aus den verschiedenen Projektpartnern. Vom KORA Alexander Kühn (stehend 2. von links) und Maximilian Karle (stehend 3. von links), (Foto: ST. PAULI, 2026).

2. H2Mow: Dürreresistente Fairways mit robotergestütztem Mähen

Das Projekt H2Mow untersucht die Anpassung des Rasenmanagements bei zunehmender Trockenheit. Im Fokus stehen dabei mit Mährobotern gepflegte Golf-Fairways.

Ziel des Projekts ist es, Strategien für einen wassereffizienten und zugleich qualitativ hochwertigen Mähbetrieb unter limitierten Wasserbedingungen zu entwickeln.
In Feldversuchen an Rasenforschungsstationen am NIBIO in Norwegen und am KORA in Deutschland werden insbesondere der Einfluss von Schnittqualität, Schnitthöhe und Gräserart auf die Trockenstressresistenz untersucht.

Ergänzend werden verschiedene Methoden zur Quantifizierung der Schnittqualität und zur Erfassung von Trockenstress evaluiert. Versuche auf Golfanlagen in Schweden und Deutschland erweitern die Untersuchungen unter Realbedingungen (STERF, 2026).
Speziell hierzu untersucht das KORA den Einfluss verschiedener Mähtechniken und Schnittqualitäten auf den Trockenstress von Rasengräsern (Abbildung 2).

 

Optisch unterschiedliche Schnittqualitäten. Links optisch guter Schnitt und rechts optisch schlechter Schnitt.
Abb. 2: Optisch unterschiedliche Schnittqualitäten. Links optisch guter Schnitt und rechts optisch schlechter Schnitt (Foto: KARLE, 2026).

3. Regio-Saatgut im Deichbau

Ein dritter Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit der Etablierung gebietsheimischer Rasengräser auf Hochwasserschutzanlagen. Hintergrund sind naturschutzrechtliche Anforderungen an die Verwendung gebietseigenen Saatguts. Für das Ursprungsgebiet fehlen bislang vergleichbare Untersuchungen zur Eignung entsprechender Saatgutmischungen für den Einsatz im Deichbau (Abbildung 3).

Im Mittelpunkt stehen die Artenzusammensetzung, der Gesamtdeckungsgrad sowie die Entwicklung der Vegetation während der Etablierungsphase. Ergänzend werden Fremd- und Problemarten dokumentiert und die Durchwurzelung untersucht.
Zur Bewertung der Standortentwicklung werden außerdem Bodenfeuchte und Bodentemperatur über den gesamten Versuchszeitraum erfasst. Die Ergebnisse sollen abschließend in einem wissenschaftlichen Bericht zusammengeführt werden.

 

Beispielbild eines Deiches, der ähnlich aufgebaut ist, wie der spätere Versuchsaufbau.
Abb. 3: Beispielbild eines Deiches, der ähnlich aufgebaut ist, wie der spätere Versuchsaufbau (Foto: KARLE, 2026).

Ausblick

Die Projekte sind erst kürzlich in 2026 gestartet, sodass noch keine abschließenden Ergebnisse vorliegen. Die kommenden Untersuchungen sollen zeigen, welche Maßnahmen sich unter den jeweiligen Bedingungen als besonders geeignet erweisen und wie wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisorientierte Empfehlungen für Rasenmanagement und Flächenentwicklung überführt werden können.

 

Quellenhinweise:

 

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